„Singen heißt verstehen, Singen macht Freude, Singen im Chor ist am schönsten.“
Das möchte ich allen zurufen, die noch zögern, einem Chor beizutreten. Alle
Kunst ist der Freude gewidmet. Es gibt keine höhere und keine ernstere Aufgabe,
als die Menschen zu erfreuen. Chorgesang ist Bekenntnis einer Kunst, die ihre
Wurzeln im Volke hat.
„In Freud und Leid zum Lied bereit“. Der Männerchor Giesenkirchen ist
bemüht, nach dieser Devise zu wirken.
Der jetzige Chor ist durch die Vereinigung der beiden Chöre, MGV Eintracht Giesenkirchen
1873 und Männergesangverein Giesenkirchen 1904 entstanden. Der Werdegang dieser
Chöre soll hier kurz beschrieben werden:
Als sich die Welt im vergangenen Jahrhundert durch die Entwicklung des
Handwerks zur Industrie stark zu ändern begann, suchten die Menschen schwerer
maschineller Arbeit in ihrer freien Zeit einen Gegenpol für ihre Anforderungen im Beruf. Es wurden viele Vereine gegründet. So auch im Jahre 1873 in Stähn ein Gesangverein, dem man den Namen „Eintracht“ gab. Der erste Dirigent war Heinrich Brunner aus Meerkamp. Im Jahre 1882 war die Fahnenweihe.
Als der 1. Weltkrieg ausbrach, wurden fast alle Sänger zu den Waffen gerufen, fünf Mitglieder kamen nicht mehr in die Heimat zurück. Das 50-jährige Jubiläum fiel in die Zeit der Inflation. Die Gestaltung kostete große Mühe. Die 20er Jahre waren Zeiten der Armut und Arbeitslosigkeit, so dass Proben nur unter erschwerten Bedingungen abgehalten werden konnten. Die Feier zum 60-jährigen Bestehen war ein sehr großer Erfolg. Es waren 30 Chöre zu Gast in Giesenkirchen. Viele Konzerte, Konzertbeteiligungen und buntgemischte Liederabende zeugten in den folgenden Jahren von der Freude am Singen.
Der 2. Weltkrieg von 1939 bis 1945 brachte die Chorarbeit zum Erliegen. Auch in diesem Krieg verlor der Verein 2 Sänger. Schon im Jahre 1945 wurde mit den Proben begonnen, die 1946 schon wieder gut besucht waren.
Im Jahre 1948 wurde das 75-jährige, 1953 das 60-jährige, und am 5./6. Mai
1973 das 100-jährige Bestehen gefeiert. Während das 90-jährige Jubiläum noch
mit 36 Sängern gefeiert werden konnte, hatte sich die Zahl der Sänger um fast
ein Drittel verringert. Der Chorgesang war sehr schwierig geworden, schon hier
lag die Wurzel zu einer Vereinigung mit dem Nachbarverein.
Der Männergesangverein Giesenkirchen wurde im Jahre 1904 in der Gaststätte Greven (heute Kreuels) gegründet. Der 1. Dirigent war der beliebte Lehrer Johann Heffels von der Schule Meerkamp. Im Jahre 1910 kam es zu großen Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Vereins. Ein Teil der Sänger trat dem neugegründeten Quartettverein „Concordia“ bei. Die übrig gebliebene Sängerschar wurde von dem Vorsitzenden Johann Held bis zum Ausbruch des Krieges 1914 zusammengehalten. Im Jahre 1914 kam das Vereinsleben zum Erliegen. In den Nachkriegsjahren begann langsam der Aufstieg. Im Jahre 1922 wurde der Quartettverein „Concordia“ mit dem Männergesangverein vereinigt.
Man behielt den Namen „Männergesangverein 1904“, die Zahl der Sänger stieg auf 70. In dieser Zeit fiel die Aufführung der Operette „Verliebte Leute“, die mit großem Beifall bedacht wurde.
Das 50-jährige Bestehen beging der Verein am 14./15. 8. 1954
unter Mitwirkung des Kirchenchor „Cäcilia“ Giesenkirchen und des Solisten
Herbert Büsgen. In allen Zeiten des Bestehens wurde
nicht nur der Männergesang gepflegt, sondern auch die Geselligkeit gefördert.
Frohsinn und Humor kamen zu ihrem Recht.
In den Jahren nach dem Jubiläum nahm die Zahl der Sänger durch das große
Angebot von Unterhaltungsmöglichkeiten ab, junge Mitglieder traten dem Chor
nicht bei, so dass sich auch hier eine Vereinigung mit dem Nachbarverein
abzeichnete.
Am 15. Januar 1983 war es dann soweit. Die Mitglieder der beiden Chöre trafen sich zu der Gründungsversammlung in der Gaststätte „Am Sternenfeld“ in Giesenkirchen. Harte Schranken gab es zu überwinden, das Traditionsdenken stand dem Vorhaben immer im Weg. Nach eingehenden Vorgesprächen mit beiden Vorständen hatte der Fusionsleiter Max Tetz für den 15. Januar 1983 zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen, an der je 16 Aktive der beiden Chöre teilnahmen.
Bernd Seidemann wurde zum 1. Vorsitzenden, Dieter Kels zum 2. Vorsitzenden gewählt.
Zu weiteren Vorstandsmitgliedern wurden bestellt:
1. Geschäftsführer
Hans Overdick
2. Geschäftsführer
Wolfgang Gerressen
1. Kassierer
Wolfgang Vosdellen
2. Kassierer
Josef Ruers
1. Notenwart
Peter Kitz
2. Notenwart
Erich Meier
Beisitzer
Jakob Wessig und Willi Küppers
Der Verein erhielt die Bezeichnung „Männerchor Giesenkirchen 1873/1904“. Zum Probelokal wurde die Gaststätte „Am Sternenfeld“ gewählt, zum Probentag wurde der Montag bestimmt.
Der Vorsitzende Bernd Seidemann erklärte sich bereit, den neuen Chor als Dirigent zu leiten, bis ein neuer Chorleiter gefunden war. Die örtlichen Tagespressen haben am 18. 1. 1983 ausführlich über den Zusammenschluss berichtet. Der neue Chor verfügte jetzt über 34 aktive Sänger.
Am 30. 5. 1983 wurde in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung für den inzwischen verpflichteten Chorleiter Karl Kremer als neuer Chorleiter Bernd Seidemann, zum kommissarischen 1. Vorsitzenden Dieter Kels gewählt. Dann trat der neue Chorleiter Heinz-Josef Fröschen am 12. 9. 1983 sein Amt an. In der Jahreshauptversammlung am 9. 1. 1984 wurde Dieter Kels zum 1. Vorsitzenden gewählt. Dieses Amt führt er bis zu seinem frühen Tode im April 2002 aus. Da der Probenraum in der Gaststätte „Am Sternenfeld“ inzwischen zu klein geworden war, wurde in der Jahreshauptversammlung vom 14. 1. 1991 die Gaststätte Kreuels zum neuen Probelokal gewählt, das am 18. 2. 1991 bezogen wurde. Bis heute werden hier die Gesangsproben des Chores abgehalten.
Am 21. 1. 1991 wurde Wolfgang Koch zum neuen Chorleiter gewählt. Am 29. 8. 1994 trat der jetzige Chorleiter Hans Sommer sein Amt an. Er ist bei den Sängern in fachlicher und menschlicher Führung sehr beliebt.
Alle Chorleiter haben hervorragende Arbeit geleistet, der Männerchor ist aus dem kulturellen Leben der Stadt Mönchengladbach, insbesondere des Stadtbezirks Giesenkirchen, nicht wegzudenken. Einige mit sehr großem Beifall aufgenommene Veranstaltungen seit der Gründung sollen hier kurz erwähnt werden:
Am 15. 04. 2002 verstarb der langjährige erste Vorsitzende Dieter Kels.
Zum neuen 1. Vorsitzenden wurde am 1. 7. 2002 Aloys Müller gewählt.
Unseren verstorbenen Mitgliedern werden wir stets ein ehrendes Andenken bewahren.